München. Angesichts der aktuellen Sonderauswertung des TÜV-Verbands zu den häufigsten Mängeln bei der Hauptuntersuchung (HU) fordert das Bayerische Kraftfahrzeuggewerbe eine differenzierte Einordnung der Ergebnisse. Der Bericht verweist unter anderem auf unsachgemäß reparierte Bremsteile und falsch montierte Federn. Für Verbandspräsident Günter Friedl ist die hohe Quote dieser Fälle ein Hinweis darauf, dass Wartungs- und Reparaturmaßnahmen nicht immer rechtzeitig umgesetzt oder Arbeiten an sicherheitsrelevanten Bauteilen teilweise außerhalb qualifizierter Fachbetriebe durchgeführt werden. Die zunehmende technische Komplexität moderner Fahrzeuge erhöht die Anforderungen an Wartung und Instandhaltung zusätzlich.
Die Auswertung von 9,5 Millionen TÜV-Prüfungen zeigt, dass rund 21,5 Prozent der Fahrzeuge aufgrund von Mängeln an Beleuchtung, Bremsen oder Fahrwerk die Hauptuntersuchung nicht bestehen. Besonders häufig betroffen sind sicherheitsrelevante Bauteile der Bremsanlage sowie zentrale Fahrwerkskomponenten. „Mängel an sicherheitsrelevanten Bauteilen stellen ein erhebliches Risiko für alle Verkehrsteilnehmer dar“, betont Friedl. „Umso wichtiger ist es, Wartung und Instandhaltung rechtzeitig und fachgerecht im Meisterbetrieb durchführen zu lassen.“
Aus Sicht des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes verdeutlichen die Zahlen, dass sicherheitsrelevante Bauteile einem fortschreitenden Verschleiß unterliegen und notwendige Wartungsmaßnahmen nicht immer rechtzeitig umgesetzt werden. Gleichzeitig erfordern moderne Fahrzeuge spezialisierte Diagnoseverfahren, qualifizierte Fachkräfte und hochwertige Ersatzteile. Der damit verbundene höhere technische Aufwand führt in der Praxis dazu, dass notwendige Instandsetzungen teilweise hinausgezögert werden. Besonders betroffen sind Bremsanlage und Fahrwerk, deren Zustand Fahrzeughalter oft nur schwer selbst beurteilen können.
„Unsere Meisterbetriebe erkennen Verschleiß frühzeitig und sprechen notwendige Maßnahmen klar und offen an“, stellt Friedl klar. „Verkehrssicherheit entsteht im Werkstattalltag durch regelmäßige Betreuung und fachgerechte Wartung. Die Hauptuntersuchung ist eine wichtige Kontrolle, ersetzt aber nicht die kontinuierliche und verantwortungsvolle Arbeit qualifizierter Fachbetriebe.“
Zudem stellt Friedl klar, dass die Qualität der Werkstattarbeit nicht infrage steht. Bayerische Innungsbetriebe arbeiten mit hoher fachlicher Kompetenz und großem Verantwortungsbewusstsein für die Sicherheit der Fahrzeuge und ihrer Halter. Sie weisen auf notwendige Maßnahmen hin und schaffen damit eine verlässliche Grundlage für sichere Mobilität. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass empfohlene Arbeiten aus wirtschaftlichen Gründen teilweise hinausgezögert werden und sicherheitsrelevante Mängel deshalb häufig erst im Rahmen der Hauptuntersuchung sichtbar werden.
Regelmäßige Schulungen und technische Weiterbildungen stellen sicher, dass sicherheitsrelevante Bauteile zuverlässig erkannt und fachgerecht beurteilt werden können. Gerade bei Bauteilen wie Bremsleitungen oder Fahrwerkskomponenten ist diese fachkundige Bewertung entscheidend, da Korrosion äußerlich sichtbar sein kann, ohne dass der tatsächliche technische Zustand eindeutig erkennbar ist. Umso wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle im qualifizierten Meisterbetrieb.
„Die rund 7.000 bayerischen Innungsbetriebe stehen jeden Tag dafür ein, dass Fahrzeuge sicher und zuverlässig unterwegs sind“, so Friedl abschließend. „Regelmäßige Wartung im Meisterbetrieb ist und bleibt die wichtigste Grundlage für dauerhaft sichere Mobilität.“
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